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BZ 24.3.24 Feuerwehr Efringen-Kirchen feiert ihren Zusammenschluss

Mrz 24, 2024

Von Rolf Mück

So, 24. März 2024 um 20:04 Uhr

Efringen-Kirchen

Die Feuerwehr Efringen-Kirchen ist vor 50 Jahren aus dem Zusammenschluss von neun Wehren entstanden. Das wurde nun entsprechend

Eine Generalversammlung der besonderen Art erlebte die Gesamtfeuerwehr der Gemeinde Efringen-Kirchen am Samstag in der Mehrzweckhalle. Da die Gesamtwehr in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert, wurde das Jubiläum mit der Generalversammlung zusammengelegt.

Gratulationen entgegennehmen konnten der stellvertretende Kommandant Markus Gütlin und Kommandant Philipp Haberstroh von Bürgermeisterin Carolin Holzmüller und Kreisbrandmeister Uwe Häubner (von links) Foto: Rolf Mück

Nach einem Apero im Foyer der Mehrzweckhalle begrüßte Gesamtkommandanten Philipp Haberstroh die Ehrengäste und die Kameraden. Haberstroh konnte unter anderem die Bürgermeisterin der Gemeinde Efringen-Kirchen Carolin Holzmüller, Kreisbrandmeister Uwe Häubner, Ehrenkommandant Werner Schmid und Rainer Jacob vom Kreisfeuerwehrverband willkommen heißen.

Haberstroh gab einen “kurzen Durchflug” durch die Geschichte der Gesamtwehr, wie er es nannte, bis zurück zur Gründung im Jahre 1974. Damals sei, so Haberstroh, der Golf 1 auf den Markt gekommen und Deutschland im eigenen Land Fußballweltmeister geworden. Am 1. Oktober 1974 sei aus den selbstständigen Gemeinden Efringen-Kirchen, Blansingen, Egringen, Huttingen, Istein, Kleinkems, Mappach mit Maugenhard, Welmlingen und Wintersweiler die Gemeinde Efringen-Kirchen gebildet worden.

Aus neun Kommandanten wurden neun Abteilungskommandanten

Das Feuerwehrgesetz macht für solche Fälle klare Vorgaben, so Haberstroh: “Eine Gemeinde heißt eine Feuerwehr.” So wurden aus neun Kommandanten, neun Abteilungskommandanten unter der Leitung des vom Bürgermeister eingesetzten ersten Kommandanten Ernst Herr. In der Folge kam es zu einer “heißen” Wahl während der ersten Generalversammlung, so Haberstroh, bei der man fünf Durchgänge für zwei zu besetzende Posten benötigte.

Kaum zu vergleichen sei der Stand der technischen Ausrüstung von 1974, als man noch stolz war, dass in jedem Ortsteil eine Tragkraftspritze stand, mit den heutigen Gegebenheiten, so Haberstroh. Auch die Schutzausrüstung und die Ausbildung zeigten, dass die Anforderungen an die Einsatzkräfte massiv gestiegen seien. 1974 sei man, so Haberstroh, einfach in die Feuerwehr eingetreten und habe sich mittels “learning by doing” qualifiziert. Heute durchlaufe jede Einsatzkraft eine 70-stündige Grundausbildung, bevor sie überhaupt an einem Einsatz teilnehmen dürfe. In dieser Zeit hätten sich auch die Abläufe bei der Alarmierung enorm weiter entwickelt, die Einsatzzahlen hätten sich zugleich stark vermehrt und mit der Bildung einer Tagesalarmgruppe habe man zuletzt die Feuerwehr den Erfordernissen angepasst.

Immer mehr Einsätze

Die Erwartungshaltung der Bevölkerung an die Feuerwehr habe sich in diesem Zeitraum gewandelt, so Haberstroh, dazu kämen der immer dichter werdende Verkehr, die steigenden Bevölkerungszahlen und der Klimawandel, was sich alles in höheren Einsatzzahlen niederschlage. Immer mehr Einsätze entfielen zudem auf die technische Hilfeleistung, die mittlerweile Hilfe jeder Art umfasse. Besonders herausfordernd seien dabei die Straßen, auf denen es regelmäßig zu Unfällen komme, die das Eingreifen der Wehren erfordere. Auch die Zahl der Unwettereinsätze sei massiv gestiegen, wozu Starkregenereignisse besonders beitrügen.

Ein Meilenstein in der Geschichte der Wehr war aus Haberstrohs Sicht der Bau des Katzenbergtunnels. In der Bauphase sei die Gesamtwehr Efringen-Kirchen von 2004 bis 2012 die einzige rein ehrenamtliche Tunnelfeuerwehr Deutschlands gewesen, ehe im Jahr 2013 die “First Responder Gruppe” aus der Tunnelwehr hervorging. Anwenden konnte man die dabei erworbenen Kenntnisse auch beim Rückbau des Sanitätshauptdepots der Bundeswehr von 2017 bis 2021, bei dem die Feuerwehr den Brandschutz während der Arbeiten unter Tage sicherstellte.

Stabile Mannschaftsstärke

Spektakuläre Einsätze waren in der Vergangenheit ein Traktor, der im ‚Jahre 2004 auf die Geleise der Bundesbahn fiel und einen ICE entgleisen ließ, sowie Großbrände in Maugenhard, Istein und Efringen-Kirchen, darunter vier Einsätze bei einem Recyclingunternehmen.

Kommandant Haberstroh freute sich, dass trotz dieser enormen Anforderungen die Mannschaftsstärke mit rund 260 Feuerwehrleuten seit den 90er Jahren stabil geblieben ist. Wichtigste Quelle für den Nachwuchs in der aktiven Truppe ist die Jugendfeuerwehr. Nicht unerheblich, so Haberstroh, ist inzwischen aber auch die Zahl der Quereinsteiger.

Grüße und Glückwünsche zum Jubiläum überbrachten die Bürgermeisterin Carolin Holzmüller, Kreisbrandmeister Uwe Häubner, Rainer Jacob vom Kreisfeuerwehrverband, der Fischinger Kommandant Harald Lehmann, Peter Müller vom Polizeiposten Weil am Rhein und Kandern sowie Beatrice Haberstroh, die Ehefrau des Kommandanten Philipp Haberstroh. Bewirtet vom Musikverein Egringen ging man im Anschluss dann zum gemütlichen Teil der Feier über.

Ehrenzeichen in Gold für Werner Schmid

Für 50 Jahre aktiven Dienst in der Feuerwehr erhielt bei der Jubiläumsfeier der Efringen-Kirchener Feuerwehr der frühere langjährige Gesamtkommandant Werner Schmid das Feuerwehrehrenzeichen in Gold in besonderer Ausführung. Außerdem wurde ihm für seine Leistungen das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold überreicht. Schmid war im Lauf seiner Feuerwehrkarriere bis zum Oberbrandmeister und Kommandanten aufgestiegen. Von 1984 bis 1989 war er stellvertretender Abteilungskommandant, von 1991 bis 2006 Abteilungskommandant in Huttingen. Von 2000 bis 2002 war Schmid stellvertretender Gesamtkommandant und von 2002 bis 2017 Gesamtkommandant. Darüber hinaus war er von 2006 bis 2016 stellvertretender Kreisbrandmeister des Landkreis Lörrach.

Die Ehrenmedaille des Landesfeuerwehrverbandes erhielt für seine Leistungen der ehemalige Abteilungskommandant von Welmlingen, Benjamin Wasmer.